NÖGKK und Österreichische Gesellschaft für Gender-Medizin laden am 24. April zum Gesundheitstag "Geschlechtsspezifische Medizin" in die Römertherme Baden ein.
Frauen und Männer unterscheiden sich nicht nur äußerlich. Ihre Körper ticken insgesamt anders. Das zeigt sich auch, wenn es um die Gesundheit geht. Die NÖGKK nimmt darauf Rücksicht und veranstaltet gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Gender-Medizin am 24. April 2008 von 9:30 bis 18:00 Uhr in der Römertherme Baden einen Gesundheitstag mit dem Schwerpunkt "geschlechtsspezifische Medizin" (Gendermedizin).
Gendermedizin ist eine Forschungsrichtung, die die biologischen und sozialen Unterschiede zwischen Mann und Frau untersucht und ihre unterschiedlichen Bedürfnisse in der medizinischen Vorsorge und Behandlung berücksichtigt. Dazu KR Christa Bogath, Obmann-Stellvertreterin der NÖGKK: "Medizin ist in Europa und den USA kulturell bedingt männlich. Das reicht von geschichtlichen Faktoren bis zu überlieferten Rollenbildern, die noch heute in Gesundheitsstatistiken abzulesen sind. Zum Beispiel gehen 9 Prozent der Männer, aber 13 Prozent der Frauen zu Vorsorgeuntersuchungen. Deshalb verschreiben die Ärzte den Frauen auch um 30 Prozent mehr Medikamente als den Männern. Dabei besteht allerdings ein grundlegendes Problem: Außer den Medikamenten für die "Bikini-Medizin" - die befasst sich mit Brust, Gebärmutter und Eierstöcken - sind fast keine Medikamente an Frauen getestet. Ebenso variieren die Symptome von Krankheiten bei Männern und Frauen oft sehr stark. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zum Beispiel, übersahen Mediziner, da ja die Männer ihr "Normstudienobjekt" waren, die Anzeichen von Herzinfarkten bei Frauen. Die Patientinnen bekamen - falls überhaupt - zumindest die falsche Behandlung. Laut einer Untersuchung von 2005 starben in Österreich 59 Prozent der Frauen und 38 Prozent der Männer an Herzinfarkt."
In Baden versucht die NÖGKK auf die Bedürfnisse der beiden Geschlechter einzugehen. Mit einer Gesundheitsstraße, die typische Frauen- sowie häufige Männerleiden erfassen soll.
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